Gestern ist also der Apple-Gründer von uns gegangen. Irgendwie macht mich das ein wenig melancholisch. 1976, als er zusammen mit Steve Wodziniak Apple in der Garage gegründet hat, war ich 16 Jahre alt. Wie hat sich die Welt durch den Einzug von IT in so gut wie jeden Lebensbereich seitdem verändert! Wenn ich mich daran zurückerinnere, wie ich den ersten Kontakt mit Computern hatte... Was für ein Erlebnis, sich mit einem Akkustikkoppler (wer kennt sowas noch?) und einem C64 in ein Bulletin-Board einzuwählen. So richtig von den Socken war man, wenn man eins erwischt hatte, das mit zwei Telefonleitungen angeschlossen war, da konnte man sogar chatten!

Always online - davon konnte man noch nicht mal träumen. Wenn man einmal die Zeit aus den Augen verloren hatte, rächte sich das bei der nächsten Telefonrechnung gewaltig! Als dann von der Post BTX - später Datex-J genannt - auf den Markt kam, ging das wenigstens zum Ortstarif. Da gab es dann auch schon Modems. Die Anfänge des Internets, man kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus! Meine erste Internetseite, die ich aufgerufen habe, war die vom Weißen Haus in Washington. Wahnsinn, ich bin quasi in Amerika! Heute macht man sich kaum noch Gedanken darum, aber ich erinnere mich gerne an diese Zeiten.

Ob man nun Steve Jobs so auf einen Sockel heben muß, wie es in der Presse gerade getan wird, darüber läßt sich bestimmt streiten. Ein Visionär? Ja, das war er ohne Zweifel. Aber der Tüftler und Erfinder von den Beiden war ohne Zweifel Wodzniak. Auf jeden Fall hat er durch seine Ideen Zeichen gesetzt. Ob es nun das erste grafische Betriebssystem oder der iPod war - zunächst wurde es belächelt, "das braucht doch niemand" und dann - als sich zur Überraschung aller der Erfolg einstellte - wurde ruckzuck nachgemacht. Steve Jobs wird auf jeden Fall eine Lücke zurücklassen.


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