Netzwerk einrichten

    Wir melden uns mit dem von uns bei der Installation erstellten Benutzer und dem festgelegten Kennwort am System an. Als erste Maßnahme richten wir das Netzwerk ein. Auch wenn bei der Installation einen DHCP-Server gefunden wurde und der Server eine funktionierende IP-Konfiguration hat, stellen wir eine statische IP ein. Das ist ein allgemein übliches Vorgehen: Ein Server bekommt eine feste Adresse.

    Der erste Linux-Befehl

    Eine Übersicht über die vorhandenen Netzwerk-Schnittstellen und deren Konfiguration erhalten wir durch Eingabe des Befehls ifconfig

    eth0  Link encap:Ethernet  HWaddr 00:30:05:44:18:d8
    inet addr:192.168.2.109  Bcast:192.168.2.255  Mask:255.255.255.0
    inet6 addr: fe80::230:5ff:fe44:18d8/64 Scope:Link
    UP BROADCAST RUNNING MULTICAST  MTU:1500  Metric:1
    RX packets:15384498 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
    TX packets:23286218 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
    collisions:0 txqueuelen:1000
    RX bytes:2358493038 (2.3 GB)  TX bytes:2164674889 (2.1 GB)

    lo    Link encap:Local Loopback
    inet addr:127.0.0.1  Mask:255.0.0.0
    inet6 addr: ::1/128 Scope:Host
    UP LOOPBACK RUNNING  MTU:16436  Metric:1
    RX packets:36927 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
    TX packets:36927 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
    collisions:0 txqueuelen:0
    RX bytes:2563693 (2.5 MB)  TX bytes:2563693 (2.5 MB)

    eth0 bezeichnet die erste Netzwerkkarte. In der obigen Ausgabe hat die Karte die Adresse 192.168.2.109. Linux hat einen Grundsatz: Alles ist eine Datei, also werden auch sämtliche Konfigurationen in Dateien, eben in Konfigurationsdateien vorgenommen. Zur Bearbeitung der Konfiguration benötigen wir einen Editor. Zwei Editoren werden mitgeliefert: vim und nano. vim ist der wesentlich mächtigere Editor, jedoch gerade für Einsteiger sehr gewöhnungsbedürftig. Ich empfehle Euch am Anfang, nano zu verwenden. Um eine Datei zu editieren, gibt man einfach den Namen des Editors, gefolgt von einem Leerzeichen und dem Namen der zu editierenden Datei ein. Auch die Eingabe incl. des Pfads ist möglich.

    Die Schnittstellenkonfiguration befindet sich in der Datei /etc/network/interfaces. Zu beachten ist, daß auf die Konfigurationsdateien meist nur 'root', also der Hauptadministrationsuser, Schreibrechte hat. Um einen Befehl als root auszuführen, benutzen wir den Befehl 'sudo'. Wir geben also ein:

    sudo nano /etc/network/interfaces

    Beim ersten Aufruf von 'sudo' erfolgt eine Kennwortabfrage, hier gebt Ihr Euer Benutzerkennwort ein.

    Im Normalfall, also bei vorhandenem DHCP-Server, sieht die Datei so aus:

    # The loopback network interface
    auto lo
    iface lo inet loopback

    # The primary network interface
    auto eth0
    iface eth0 inet dhcp

    Durch die Zeile auto eth0 wird definiert, daß diese Schnittstelle automatisch gestartet wird, der Eintrag dhcp in der letzten Zeile bewirkt, daß die IP-Einstellungen von einem DHCP-Server bezogen werden sollen.

    Da wir unsere IP- Einstellungen manuell vornehmen wollen, ersetzen wir dhcp durch static. Anschließend fügen wir in drei weiteren Zeilen die IP-Adresse, die Subnetz-Maske und die Gateway-Adresse hinzu:

    auto eth0
    iface eth0 inet static
    address 192.168.2.10
    netmask 255.255.255.0
    gateway 192.168.2.1

    Die Angaben müßt Ihr natürlich an Eure tatsächlichen Gegebenheiten anpassen.Mit Strg-o speichert Ihr die geänderte Datei ab, Strg-x beendet nano.

    Damit wir auf das Internet zugreifen können, fehlt noch der Eintrag für den DNS-Server. Der wird in der Datei /etc/resolv.conf festgelegt. Hier reicht - falls noch nicht vorhanden, die Zeile

    nameserver 192.168.2.1

    Da wir Änderungen an der Netzwerkkonfiguration vorgenommen haben, starten wir jetzt das Netzwerk neu.

    sudo /etc/init.d/networking restart

    Beachtet bitte: wir starten nicht den gesamten Server neu, sondern nur das Netzwerk. Ein Linux-Server kann wochen- und monatelang 24 x 7 durchlaufen, ohne daß er neu gestartet werden muß. Nach Neukonfigurationen brauchen lediglich die geänderten Serverdienste neu gestartet zu werden. Das hat neben der Zeitersparnis den Vorteil, daß die meisten Arbeiten im laufenden Betrieb durchgeführt werden können.

    Ob unsere Konfiguration stimmt, d.h. ob wir Zugriff auf das Internet haben, testen wir mit einem 'ping' auf Google:

    ping www.google.de

    Als Ausgabe sollte etwas in dieser Form kommen:

    PING www.l.google.com (209.85.149.106) 56(84) bytes of data.
    64 bytes from ber01s02-in-f106.1e100.net (209.85.149.106): icmp_req=1 ttl=54 time=33.8 ms
    64 bytes from ber01s02-in-f106.1e100.net (209.85.149.106): icmp_req=2 ttl=54 time=33.0 ms
    64 bytes from ber01s02-in-f106.1e100.net (209.85.149.106): icmp_req=3 ttl=54 time=33.7 ms

    Die Ausgabe kann mit Strg-c abgebrochen werden.

    Wenn unser Netzwerk läuft, ist es an der Zeit, den Monitor auszumachen und die Tastatur an die Seite zu legen. Beides kann beim nächsten Shutdown des Servers entfernt werden. Falls Ihr das möchtet, schaut bitte vorher im BIOS nach und stellt die Fehlermeldung bei nicht vorhandener Tastatur ab. Testet den reibungslosen Start des Servers, bevor Ihr den Monitor entfernt.

    Alle weiteren Installations- und Konfigurationsarbeiten werden wir über einen Clientrechner über SSH vornehmen. Den OpenSSH-Server haben wir ja bereits bei der Grundinstallation mit installieren lassen. SSH ist eine einfache und zugleich sichere Methode zur Fernwartung. Im Gegensatz zum Telnet-Protokoll wird die SSH-Verbindung verschlüsselt, so daß alle Eingaben, insbesondere Passworteingaben nicht abgegriffen werden können.

    Von einem Linuxrechner aus wird eine SSH-Session einfach durch die Eingabe von

    ssh benutzer@ip_des_servers

    gestartet. Unter Windows bietet sich das Tool 'putty' an. Es besteht lediglich aus einer ausführbaren exe-Datei und bedarf keiner Installation.

    Ab sofort können wir also unseren Server bequem von unserem Rechner aus bedienen.

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